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Der griechische Minister für Handelsschiffahrt Manolis
Kefalogiannis plant, Griechenland zum Zentrum des Containerumschlags im
Mittelmeer zu machen.
Dazu fordert er alle "Großen Spieler" der
Weltökonomie auf, in Griechenland zu investieren.
Neben Erweiterungen bestehender Häfen ist auch ein neuer
Containerumschlaghafen für bis zu 2 Millionen Container
jährlich an der Südküste von Kreta (Timbaki)
geplant.
Die vorliegende Webseite ist eine Initiative von Bürgern, die
wegen dieses Projekts besorgt sind. Wir denken, dass es die Region und
ihre Bewohner nicht fördert, sondern in allen Lebensbereichen
beeinträchtigt: ökonomisch, landschaftlich und
kulturell. Es wird die Lebensqualität der Region
verschlechtern.
Unser erstes Ziel ist es, möglichst viele objektive
Informationen zum Thema zu sammeln und weiter zu geben. Die hier zur
Verfügung gestellten Informationen stammen aus verschiedenen
verfügbaren Quellen, vor allem Zeitungen. Für die
Zuverlässigkeit der Quellen können wir nicht
garantieren. Da es nur sehr spärliche offizielle Informationen
gibt, sind wir auf die Veröffentlichungen der Medien angewiesen.
Falls Sie weitere Informationen haben oder unzutreffende Informationen
auf dieser Internetseite feststellen, scheuen Sie sich bitte nicht, uns
zu kontaktieren. Wir sind für alle Korrekturen und
Ergänzungen dankbar.

1 - Geographische Lage
Die Stadt Timbaki liegt in einer nach Westen orientierten Bucht an der
Südküste Kretas, der größten
griechischen Insel im südöstlichen Mittelmeer. Somit
liegt die Insel auf dem Schiffahrtsweg, den die Containerschiffe nehmen
müssen, um die Waren aus Fernost in den Mittelmeerraum und
nach West- und Ost-Europa zu bringen. Zur Zeit fahren diese Schiffe,
nachdem sie den Suez-Kanal passiert haben, weiter zu anderen
Häfen Afrikas oder Europas, manche bis Rotterdam oder Hamburg.
Sie können von der Südküste Kretas schon
jetzt am Horizont gesehen werden.
Seit Beginn des Projekts wurde die ideale Lage Kretas für den
Bau eines Umschlaghafens von Herrn Li Kelin, Vorsitzender der China
Shipping Group und Präsident der CSCL1, hervorgehoben
([Quellen klick hier]):
ein Umschlaghafen auf Kreta würde die weitere
Verschiffung der Waren Richtung östliches Mittelmeer,
Schwarzes Meer und die Adria ermöglichen, weil - so ein
Zeitungszitat - "die Nachfrage nach Containern im Mittelmeer sehr
schnell wächst".
 | Die
Region um Timbaki, auch bekannt als
Messara ist eine sehr fruchtbare Ebene, die zwischen zwei Gebirgsketten
liegt (daher der Name Mesa Oria - Zwischen den Bergen). An der
Küste bildet die Ebene eine große Sandbucht, mit
einer Länge von mehr als 10 km. Sie ist eine der wenigen
großen Ebenen der Insel. Die Stadt Timbaki liegt von dort
einen Kilometer landeinwärts. |
Das vorgesehene Hafengebiete ([Quellenangabe: Patris]) besteht aus zwei
Gebieten:
1 - dem Militärflughafen Timbaki, der während der
deutschen Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg entstandenen ist (dessen
zivilen Nutzung seit Beginn des Projekt beabsichtigt ist, s.
Chronologische Übersicht). Einige hundert Meter weiter
südlich befinden sich die touristisch genutzten
Strände Kalamaki und Kommos.
Der letztere ist bekannt durch bedeutende Ausgrabungen eines minoischen
Hafengebiets und einer späteren hellenisch-römischen
Ansiedlung (noch nicht öffentlich zugänglich, da die
Ausgrabungen noch nicht abgeschlossen sind).
2 – das zweite Gebiet befindet sich, nach
Zeitungsberichten,1,5 Kilometer weiter westlich (Nea Kriti 17.08.06).
Das Gebiet nördlich des Militärflughafens ist sandig
und wird in Richtung Agia Galini anschließend felsig.
Dazwischen befindet sich eine neue Strandpromenade, genannt
„Kataliki“, die mittlerweile als Naherholungsgebiet
von der einheimischen Bevölkerung genutzt wird, sowie der
kleine Hafen von Kokkinos Pirgos. Seit Mai 2006 befinden sich an dieser
Promenade Schilder der Gemeinde Timbaki, die in drei Sprachen darauf
hinweisen, dass das Gebiet durch die Richtlinie NATURA 2000
geschützt ist. Nach der Richtlinie NATURA 2000
(GR4310004,
GR4310012, GR4310007),
ist das gesamte Gebiet von Agiofarango bis Kokkinos Pirgos als
Nestplätze der Meeresschildkröte (Caretta caretta)
geschützt.
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2 - Wirtschaftliche Situation der Region
Zur Zeit bilden vier Tätigkeitsfelder die wirtschaftliche
Grundlage der Messara–Ebene: Landwirtschaft und Fischerei,
Tourismus und Dienstleistungen.
Am Fuße des höchsten Gebirges Kretas wird die Ebene
durch die winterlichen Schneefälle bewässert; in
Verbindung mit dem warmen Klima ist die Messara-Ebene eine der
fruchtbarsten Regionen Griechenlands. Obst und Gemüse werden
(vor allem in Gewächshäusern) angebaut
und zumeist von Heraklion nach Athen und auch weiter ins
Ausland exportiert.
Der Tourismus bildet ebenfalls eine wichtige Einnahmequelle, da dieses
Gebiet vielen Bedürfnissen entspricht: ideales Klima,
wundervolle Strände und einmalige Landschaftsstreifen am Meer
und in den Bergen.
Bis jetzt zeichnet sich der Tourismus dieser Region dadurch aus, dass
er familiär und umweltfreundlich geblieben ist, sodass viele
Touristen sehr regelmäßig jährlich kommen,
manchmal schon seit dreißig Jahren. Es gibt keine
großen Hotelanlagen: lediglich Restaurants und
Zimmervermietungen, die von Familien betrieben werden. Allerdings ist
es wichtig anzumerken, dass ein Rückgang im Tourismus
festzustellen ist, der der Bevölkerung Sorgen bereitet.
Weiterhin zeichnet sich diese Region durch ein kulturelles Erbe aus,
das zurück reicht bis zur minoischen Kultur (die
älteste europäische Zivilisation), und
darüber hinaus Vermächtnisse römischer,
byzantinischer, venezianischer und türkischer Epochen
aufweist.
Ein drittes wirtschaftliches Tätigkeitsfeld bilden die
Dienstleistungen (Bauwesen, Schulen, Gesundheitswesen,
Gütertransport, mittlere Betriebe, Handel, etc.), welches aus
den zuvor genannten Einkommensquellen erwächst.
Doch haben viele Leute der Region zwei Einkommensquellen, zum einen im
touristischen Bereich und zum anderen in der Landwirtschaft oder den
Dienstleistungen.
In Bezug auf die Planung eines Hafens ist festzustellen, dass die Idee
eines neuen Hafens im Süden Kretas, zuerst „Pforte
des Südens“ (Πύλη του
Νότου) genannt, schon seit
einigen Jahren in den Lokalzeitungen thematisiert wird.
Tatsächlich hat die Südküste, im Vergleich
zur Nordküste, keinen bedeutenden Hafen und wirkt irgendwie
vernachlässigt. Besonders in der Messara-Ebene, die ein
wichtiges landwirtschaftliches Zentrum bildet, wurde die Frage nach
einem Handelshafen oft gestellt, wodurch das Bedürfnis der
Bewohner, die Entwicklung des Gebiets voranzutreiben, zum Ausdruck
gebracht wird: der Wunsch nach solch einem Hafen im Süden
Kretas wurde auch durch die Hoffnung verstärkt, dass dessen
Verwirklichung eine weiterreichende Entwicklung auslöse, z.B.
den Bau einer neuen Straße, die die Messara mit Heraklion
verbindet (diese Straße war schon immer ein Traum aber auch
eine nie enden wollende Geschichte), aber auch andere Träume
ähnlicher Art (besonders der Bau eines Krankenhauses) werden
seit Jahren geäußert.
3 - Art und Größe des geplanten Hafens
Seit Beginn der Verhandlungen spielt die Größe des
Hafens eine wichtige Rolle:“ Die in Schanghai
ansässige Gesellschaft China-Shipping hat bis jetzt in diesem
Jahr zwischen 800.000 und 1 Millionen Containern im Mittelmeer
verschifft“. [YEN, 1. November 2005]
Diese Aussagen wurden einige Tage später im
Brief von Herrn Li Kelin an Herrn Kefalogiannis
bestätigt, wobei der chinesische
Geschäftsmann ebenso das Interesse seiner Gesellschaft an
einem Container-Umschlagplatz in Timbaki bekräftigt. Nach
[Patris]
und
[Nea Kriti, 17. August 2006],
soll es möglich sein, im Hafen drei
Schiffe, von denen ein jedes ungefähr 300-370 Meter lang und
in der Lage ist, bis zu 10.000 Container zu transportieren,
gleichzeitig abzufertigen.
Nach anderen Quellen (www.antiport.de) erscheint diese Zahl im
Hinblick auf den tatsächlichen Containerverkehr nicht
realistisch zu sein. Drei Schiffe mit einer Ladung von 10.000
Containern stellen eine sehr hohe Verkehrsdichte dar (und
würden dabei die in den Zeitungen genannte Anzahl von
jährlich umgeschlagenen 2 Millionen Containern deutlich
übersteigen).
Die notwendige Wassertiefe von 16 bis 17 Metern erfordert weitreichende
Aushebungsarbeiten, falls nicht ein Teil des Hafens weit außerhalb der
Küste entstehen soll. Die beiden Molen
sollen 4 km lang sein (3 km gegen
den Wind und 1 km dem Wind abgewandt). Auch wurde von
1.2 km langen Kaimauern gesprochen. Die Gesamtfläche soll 850
ha betragen (Quelle: [YEN, 8. Mai 2006]).
Die in der Zeitung „Nea Kriti“ genannte
Flächenangabe von 100.000 Hektar scheint hingegen
unwahrscheinlich. Nach Angabe von antiport werden für einen
Umschlag von ca. 2 Mio. TEU (Container) etwa 100 - 120 Ha reine
Hafenfläche (Lagerfläche ohne Hafenbecken) benötigt.
Die Kosten für die Infrastruktur (ohne
Gerätschaften): 500 Millionen Euro.
Nach Angaben des Ministerium für Handelsschiffahrt2 (FAZ vom 4. September 2006) sollen
täglich rund um die Uhr 50 Schiffe be- und entladen werden.
Diese Angaben bezweifeln jedoch die Experten von antiport ebenfalls.
Diese
beiden Grafiken, veröffentlicht vom [YEN, 10. November 2006]
(Klick auf die Grafik, um sie zu sehen) werfen mehrere Fragen
auf, da wenig Informationen über die Art des Hafens gegeben
werden:
- Handelt es sich hier um einen reinen
Containerumschlaghafen oder beinhaltet er auch einen Handels- und
Passagierhafen?
- Welche Größe
hat das Projekts? Der dargestellte Hafen hat ungefähr eine
Größe von 140 ha ohne das Hafenbecken, und mit
diesem ein Größe von 270 ha. Dies stimmt nicht mit
der offiziell genannten Größe von 850 ha
überein. Wenn diese 850 ha den Militärflughafen
einbeziehen, warum ist dies nicht auf der Karte dargestellt?
Nach
Einschätzung von www.antiport.de ist dieser Hafen für
Schiffe mit einer Länge von 350m geplant, was eine kleinere
Länge ist, als die asiatischen (deren große
Containerschiffe sind ca. 420 m lang). Dies wird ebenfalls
durch die Anzahl der auf der Grafik vorgesehenen Kräne
ersichtlich (fünf bis sechs Kräne werden für
diese großen Containerschiffe benötigt).
4 - Eine Freihandelszone?
Im April 2006 erfährt die Bevölkerung aus der lokalen
Presse [Patris], dass mit dem Containerhafen eine Freihandelszone
entstehen soll. Das bedeutet " Anreize für
ausländische Investoren [...], unter anderem
Zollvergünstigungen, billige Arbeitskräfte,
ausgebaute Infrastruktur, Steuerbefreiungen und die politische
Stabilität der Freihandelszonen. Oft werden auch best. Gesetze
außer Kraft gesetzt, wie z.B. aus dem Umweltrecht oder
Arbeitsrecht." [zitiert aus wikipedia; weitere Informationen siehe dort]
Am 17. August 2006 werden diese Pläne in der Nea Kriti
präzisiert. Jetzt wird von der griechischen Seite erklärt, dass nun auch
Produktionsstätten, Ent- und Verpackungsanlagen
einschließlich Wohngebäuden usw. geplant werden.
Einzelteile würden dann vermutlich angeliefert und zum fertigen Produkt
zusammengesetzt, um dann als "made in Europe" verkauft zu werden.
Nach unserem Wissen, sind Freihandelszonen in europäischen
Ländern nicht erlaubt. Trotz dessen, bringen wir hier als ein
interessantes Beispiel für die möglichen
Auswirkungen, die eine solche Freihandelszone haben könnte,
die italienische Stadt Prato, einstige Hauptstadt der italienischen
Textilindustrie. Inzwischen arbeiten dort Chinesen in chinesischen
Unternehmen zu chinesischen Löhnen unter chinesischen
Bedingungen.
Die Waren erhalten jedoch das Etikett „Made in
Italy“. Neben der preiswerten Produktion gibt es den weiteren
Vorteil, dass lange Wartezeiten auf Produkte aus
Billiglohnländern ebenso entfallen wie Einfuhrzölle.
Die Arbeitsbedingungen entsprechen aber den europäischen
Standards in keinster Weise, erinnern eher an Sklaverei. Auch entstehen
chinesische Ghettos, die nur eingeschränkt am
öffentlichen Leben (Geschäfte, Restaurants,
Dienstleistungen, ...) vor Ort teilhaben. Denn alles was in "Chinatown"
gebraucht wird, Nahrung, Kleidung, Dinge des
täglichen Leben, wird eingeführt.
Inzwischen allerdings denken auch die nun in Prato ansässigen
chinesischen Unternehmen darüber nach, in China produzieren zu
lassen – es ist billiger.
5 - Wer profitiert von einem Containerumschlaghafen?
Aus den bisher veröffentlichten Verhandlungen wird deutlich,
dass Griechenland sowohl für den Bau als auch den Betrieb des
Containerhafens Investoren sucht. Aber nur wer in die Infrastruktur des
Standortes investiert, bekommt auch Hafenpacht. Wenn Griechenland also
die Kosten für die Infrastruktur übernimmt(es wurden
500 Millionen Euro genannt), erhält es Pacht für den
zur Verfügung gestellten Standort und für die
Fläche von 850 ha, muss aber dann auch für die
Instandhaltung aufkommen. Diese Rechnung geht in der Regel nicht auf.
Die Kosten übersteigen die Einnahmen.
Der Betreiber des Hafens verdient am Containerumschlag und der damit
verbundenen Logistik, d.h. der weiteren Verteilung der Container zu
Wasser und zu Land. (Quelle: www.antiport.de).
Bei einem Besuch in den Gemeinden Timbaki und Mires am 26.12.06
erklärt Herr Kefalogiannis, dass Griechenland bereit und
fähig sei, 51% der Investitionen für die
Infrastruktur zu übernehmen. Das lässt den Schluss
zu, dass eine GmbH oder Holding Gesellschaft vorgesehen ist.
Bei dem selben Besuch spricht Herr Kefalogiannis über die
Schaffung von 800 neuen Arbeitsplätzen für Timbaki
und Mires. Von welcher Art diese Arbeitsplätze sein sollen
bzw. wie sich die Anzahl zusammensetzt, wird nicht näher
angegeben. In vergleichbaren Häfen stehen deutlich weniger
Arbeitsplätze zur Verfügung. Abhängig vom
System werden in einem halbautomatischen Containerhafen ca. 300
Arbeitskräfte gebraucht, in einem vollautomatischen 79. (Das
sind die Zahlen von Hamburg Altenwerder; Angaben von Antiport)
Zusätzlich zu den Hafenarbeitsplätzen schafft der
Logistikbereich Arbeitsplätze, die jedoch nicht vor Ort sein
müssen (Information von www.antiport.de).
Da in Zukunft noch größere Containerschiffe zu
erwarten sind (es ist bereits von 12000 - 14000 TEU die Rede)
wäre für die Betreiber solcher Super-Jumbos der
Standort Kreta für ein solches Drehkreuz in jedem Fall
interessant, da diese Schiffe wegen ihrer Größe und
Lademenge nur bedingt Häfen im europäischen Raum
anlaufen können. Die Container würden in Timbaki auf
kleinere sogenannte Feeder-Schiffe umgeladen werden, die dann die
weiteren Zielhäfen anlaufen. Das Containergeschäft
kann dadurch erheblich billiger und damit für die Betreiber
profitabler werden.
6 - Reaktionen
Ende November 2005 findet ein erstes Treffen der Bewohner von Timbaki
und Umgebung statt. Es wird immer wieder betont, dass offizielle
Informationen über Größe und Typ des Hafens
fehlen. Die wenigen inoffiziellen Informationen stammen aus der lokalen
Presse. Und auch die Gemeinde von Timbaki gesteht ihre Unkenntnis
bezüglich der Hafenplanung ein.
Das Wenige an offiziellen Informationen lässt sich auf der
Webseite des Ministeriums für Handelsschiffahrt (www.yen.gr)
nachlesen, doch haben in der Region viele Leute noch keinen
Internetzugang. Die Internetinformationen des Ministeriums zeigen aber,
dass das Projekt weit entfernt ist von einem, kommerziellen Hafen, den
sich ein Teil der Bevölkerung wünscht. Alle Bewohner
der Region drücken darüber hinaus ihre Sorge aus, ein
reiner Containerumschlaghafen werde die örtliche
Ökonomie, die hauptsächlich aus Landwirtschaft und
Tourismus besteht, zerstören.
Eine Kommission wird unter der Leitung des Bürgermeisters
(Michael Marakomichelakis) von Timbaki gegründet. Ziel ist es,
den Minister zu treffen und Informationen für die
Bevölkerung zu erhalten. [Patris, 17
Dezember, 2005].
Am 14. Mai 2006 findet eine zweite öffentliche Veranstaltung
in Timbaki statt. Wieder wird das Fehlen offizieller Informationen
beklagt. Weiterhin zeigt sich die Bevölkerung beunruhigt, dass
die Planung schnell und auch konkret voranzuschreiten scheint, ohne
dass die Einheimischen und die örtlichen Behörden zur
Beratung hinzugezogen werden.
Im folgenden lösen sowohl der Besuch einer koreanischen
Delegation als auch die Unterzeichnung eines Memorandums zwischen
Griechenland und Korea zur Entwicklung eines Hafens in Timbaki (August/
September 2006) eine Reihe von intervenierenden Reaktionen aus,
darunter folgende:
- Gründung einer Komission ("Επιτροπή
φορέων του
Δήμου
Τυμπακίου" / Kommission der Verbände Timpaki)
- Zeitungsartikel in der heimischen und ausländischen Presse
(besonders in Deutschland)
- Drei Schreiben der „Stiftung Europäisches
Naturerbe“ an den Minister für Handelsschiffahrt,
Manolis Kefalogiannis und andere Ministerien, sowie Investoren.
- Presseerklärung „Naturidyll auf Kreta bedroht" der
„Stiftung Europäisches Naturerbe“
(www.euronatur.org)
- Einrichtung zweier Online Petitionen
- und mehrere Internet-Seiten:
www.no-container-port-in-timbaki.net
www.timbakiprotest.net
www.kein-containerhafen-in-timbaki.com
Die Urheber dieser unterschiedlichen Initiativen sind Bewohner dieser
Gegend, eingebunden in Tourismus und Landwirtschaft,
Archäologen (das betroffene Gebiet ist Herz der 3800 Jahre
alten minoischen Geschichte Kretas), Liebhaber Kretas,
ökologische Verbände (www.ecocrete.gr) oder einfach
Einheimische, die vor den zerstörerischen Folgen, die dieser
Hafen für die örtliche Ökonomie, die Umwelt,
die Kultur und die Lebensqualität haben könnte, Angst
haben.
Fragen und Sorgen der örtlichen Bevölkerung und das
Fehlen offizieller Informationen, obwohl das Projekt "unaufhaltsam
angeschoben" sei, werden in der Presse erwähnt in [Ethnos,
9 September 2006].
7 - Chronologische Übersicht
23. Juni 2005: Herr Kefalogiannis, griechischer Minister für
Handelsschiffahrt, trifft Herrn Li Kelin, Vorsitzender der China
Shipping Group und Präsident der CSCL1. Während dieses
Treffens wird zum ersten Mal der Bau eines neuen Hafens und eines
Containerumschlag-Zentrums erwähnt. [Quelle:
CSCL]
1. November 2005: Herr Li Kelin und seine Delegation kommen nach Kreta
und besuchen, begleitet von Herrn Kefalogianni, die Region von Timbaki.
Zu dieser Zeit wird klarer, von welcher Art die Vorstellungen des
Ministers sind, da das Containerumschlag-Zentrum
(διαμετακομιστικό
κέντρο) ausdrücklich
erwähnt wird. [quelle: YEN].
Gleichzeitig beantragt die griechische Regierung einen Kredit in
Höhe von 3 Milliarden Euro von der Europäischen
Entwicklungsbank für griechische Häfen (nicht nur
für Timbaki). ([Quelle 1.]
und [Quelle 2.]).
Mitte November 2005: Die örtlichen Bewohner erfahren zum ersten Mal
durch das Lokalfernsehen von einem geplanten
Containerumschlag-Zentrum in Timbaki mit einer jährlichen Umschlagkapazität von einer Million
Container.
22. November 2005: Erste Berichte in den Lokalzeitungen der Messara:
"Antilalos" und "Apopsi tou Notou".
23. November 2005: Erstes Treffen der einheimischen
Bevölkerung, um die Problematik zu diskutieren (s. Reaktionen).
Dezember 2005:
Bürger der Region gründen eine
Kommission ("Επιτροπή
φορέων του
Δήμου
Τυμπακίου" / Kommission der Verbände Timpaki) und bestimmen den Bürgermeister (Michael
Marakomichelakis) von Timbaki, den Minister zu treffen und
Informationen einzuholen. ([Quelle: Patris]).
26. Dezember 2005:
Herr Kefalogiannis besucht die Region, verspricht
blühende Landschaften und sieht im Hafen eine "goldene
Chance". Dieser Hafen soll riesig werden und viele Investitionen nach
sich ziehen, Landwirtschaft und Tourismus wären nicht mehr die
Einnahmequelle der Gegend, sondern der Hafen und seine Industrie, z.B.
Nokia, und die Errichtung einer „Freihandelszone“.
27. Dezember 2005: Berichte über den Besuch des Ministers in
der Region erscheinen in der Lokalpresse. (Apopsi tou
Notou).
20. Januar 2006: Herr Karamanlis, griechischer Premierminister, besucht
China. Eine allgemeine Vereinbarung wird unterschrieben. In dieser wird
die Absicht erklärt, im ökonomischen Bereich
zusammenzuarbeiten. Die Entwicklung von Häfen wird
ausdrücklich genannt. ([Patris]).
Am nächsten Tag, berichten große griechische
Zeitungen, ([Ethnos,
21 Januar 2006], [To
Vima, online 22. Januar 2006] und [To
Vima, 22. Januar 2006]) über den Besuch Karamanlis in China und erwecken den
Eindruck, dass China lediglich an dem Ausbau der bereits bestehenden Häfen
von Thessaloniki und Piräus interessiert sei. Daraufhin wird allgemein
angenommen, dass die
Pläne für die Errichtung eines
Containerumschlag-Zentrums auf Kreta
(Timbaki) aufgegeben wurden, weil mehr Interesse an schon existierenden
Häfen in Piräus und Thessaloniki besteht. (auch:
[Kathimerini,
17. März 2006]).
Zur gleichen Zeit wird der beantragte Kredit in Höhe von 3
Milliarden Euro
von der Europäischen Investitionsbank bewilligt. Ebenso wird
die Größe des
Projekts bestätigt. ([Patris,
27. Januar 2006]).
25. Januar 2006: Anfrage des Abgeordneten Jiannis Dragasakis an den
Verkehrsminister und den Minister für Handelsschiffahrt zu den
Plänen der Errichtung eines Containerhafens in
Timbaki.Antwort: "Es gibt ein großes Interesse von China und
von den chinesischen Firmen für die Entwicklung gemeinsamer
Investitionen mit Griechenland und die Errichtung eines neuen Hafens
auf Kreta, der die Größe des Hafens von
Piräus haben
wird“. ([Quelle: Ecocrete])
8. Mai 2006: Herr Kefalogiannis und Leute der Hafenbehörde
Heraklion (ΟΛΗ) sind wieder in Timbaki: sie werden begleitet von
Vertretern der Dubai Port World. 3 ([Quelle: YEN]).
14. Mai 2006: Erneute öffentliche Bürgerversammlung
im REX (Kino in Timbaki), einberufen von der Kommission (Επιτροπή), die sich im
Dezember bereits konstituierte. Sie setzt den
Bezirks-Bürgermeister als Vorsitzenden ab, da er sich nicht um
eine zuverlässige Information der Bevölkerung
bemühte. Daraufhin erklärte dieser, in jedem Fall
eine Volksabstimmung entscheiden zu lassen. Die Teilnehmer der
Veranstaltung äußern ein klares "Nein" zu dem
Containerhafen-Projekt, einige sprechen sich aber wiederum für
einen Hafen aus, der griechischen, insbesondere regionalen Interessen
dienen solle, was mehrheitlich Zustimmung findet.
Das Fehlen von offiziellen und präzisen Informationen wird
weiterhin sehr beklagt und beanstandet.
Einige Tage später trifft Herr Kefalogiannis Vertreter des
örtlichen Bauernverbandes. Er erklärt, dass er die
Angst der Bauern, einheimische Produkte könnten vom Markt
gedrängt werden, nicht teile.
Schließlich erklärt der Minister, dass er bereit
sei, den Hafen an einer anderen Stelle zu bauen, wenn "sie [die Leute
vor Ort] ihn nicht wollen". ([Patris]).
1. Juni 2006: Anfrage im Parlament von Frau Schinaraki, Abgeordnete der
PASOK (Partei griechischer Sozialisten). Darin erklärt sie,
dass sie einen Hafen begrüßen würde, der
der Fischerei, dem Handel und Tourismus der Region nützt, sie
spricht sich gleichzeitig vehement gegen ein geschlossenes
Container-Transitzentrum aus, das den Bürgern die kalte
Schulter zeigen würde. Auch hebt sie das Fehlen offizieller
Informationen für die Bevölkerung auf Gemeindeebene
hervor. Herr Kefalogiannis hingegen erklärt, dass er diese
Informationen bereits an die Gemeindebüros von Timbaki und
Mires weitergeleitet habe. Weitere Informationen würden
folgen, wenn die Studien konkrete Ergebnisse erbracht hätten.
Den ehemaligen Militärflughafen von Timbaki hält der
Minister für eine Möglichkeit, örtliche
Produkte schneller zu exportieren, und für Timbaki sieht er eine
Stadtentwicklung auf dem Niveau von Rethymnon voraus, auch
könnten Timbaki und Mires zu einer einzigen
Großstadt zusammenwachsen..
Abschließend erklärt Herr Kefalogiannis, dass es
für dieses Containerhafen-Projekt ein großes
Interesse seitens ausländischer Investoren ("Große
Spieler") gäbe. [Quelle].
26. Juli 2006: Premierminister Kostas Karamanlis trifft den
Präsidenten der COSCO Gruppe. Offiziell war dieses Treffen
wohl eher ein diplomatisches Ereignis.(Taufe eines COSCO Schiffes mit
dem Namen: COSCO Hellas. Es wird als das zur Zeit
größte Containerschiff vorgestellt).
1. August 2006: Grünes Licht für eine zivile Nutzung
des Militärflughafens von Timbaki. ([Patris]).
16. August 2006: Herr Kefalogiannis besucht erneut Timbaki, jetzt mit
koreanischen Interessenten, potentiellen Investoren und
Regierungsabgeordneten. Im Gegensatz zu den chinesischen Investoren
sind die Koreaner auch daran interessiert, den Hafen selbst zu bauen.
Das Projekt scheint etwas konkreter zu werden. [Patris,
17. August 2006] und [Nea Kriti, 17. August 2006].
1. September 2006: Herr Kefalogiannis unterzeichnet mit dem koreanischen Minister für Seefahrt und Fischerei Sung-Jin Kim
(www.momaf.go.kr)
ein Memorandum, das aus
einer Vereinbarung zwischen den beiden Ländern besteht, Wissen
und Informationen bezüglich der Entwicklung des Hafens von
Timbaki auszutauschen.
4. September 2006: Die deutsche "Frankfurter Allgemeine Zeitung"
berichtet unter der Überschrift
„Naturschutz im Kriechgang“
über das Hafenprojekt und löst weitere Aktionen aus.
6. September 2006: Die Kommission tagt erneut und will nun Widerstand formieren. Die
örtlichen politischen Vertreter sind vor allem
darüber empört, dass sie über die
Unterzeichnung des Memorandum nicht offiziell und direkt vom
Ministerium informiert wurden, statt es aus der Presse zu erfahren.
[Apopsi tou Notou 12.09.06.]
Am selben Tag: Anfrage im Parlament von Manolis Stratakis
zu den Plänen der
Regierung nach der Unterzeichnung des Memorandums mit den Koreanern.
([Quelle: PASOK] und [Patris,
7. September 2006]) Antwort: Es gibt Informationen, wenn es
konkretere Pläne gibt. (Apopsi tou Notou 3.Oktober 2006)
11. September 2006: Herr Kefalogiannis trifft den chinesischen
Verkehrsminister. Offiziell werden keine neuen Informationen bekannt ([YEN] und [YEN]).
Am selben Tag: Stavros Arnaoutakis EU-Abgeordneter (PASOK) des Bezirks Heraklion,
stellt eine schriftliche Anfrage (P-3975/06) an die Kommission der EU.
18. September 2006: Der koreanische Botschafter ist in Timbaki.
Offiziell wird nur bekannt, dass die Koreaner eine eigene Studien
erstellen möchten. Die inoffizielle
Äußerung des Ministers, wiedergegeben in
Erklärungen der Hafenbehörde von Heraklion, waren
"wenn die Einheimischen das Projekt nicht möchten, machen wir
es woanders. Aber das ist keine Lösung und sie werden eine
große Chance verpassen." ([Quelle 1],
[Quelle 2],
[Quelle 3]).
Im selben Artikel versucht die Behörde an die bis heute
unerfüllten Wünsche der Südkreter (gute
Straßenverbindung mit Heraklion, Krankenhaus...)
anzuknüpfen als Argumente für die Notwendigkeit eines
Container-Umschlagplatzes in Timbaki - obwohl keine einzige offizielle
Verlautbarung erkennen lässt, dass dieser Hafen eine solche
Entwicklungen für die Region mit sich bringen würde.
Am selben Tag unterrichtet die Hafenbehörde von Heraklion (OΛH),
sowie weitere Personen der Verwaltung von Heraklion, den Gemeinderat
von Timbaki. Jetzt erst wird klar gesagt, dass es sich bei diesem
Hafenvorhaben um einen reinen, geschlossenen Containerhafen handeln
wird. "Für einen anderen Hafen gibt es keine Investoren".
Man solle jetzt allerdings schon damit beginnen, neue, große
Hotels zu bauen, da nun Touristen aus China und Korea in die Region
kämen. (Apopsi tou Notou 19.09.06,
Apopsi tou Notou 19.09.06)
19. September 2006: Die Apopsi tou Notou 19.09.06 berichtet
über den Besuch des koreanischen Botschafters in Timbaki. Es
wird erwähnt, dass die Koreaner mit eigenen Studien selbst
prüfen wollen, ob sich die Investition lohnen und sie ihr
Interesse aufrecht erhalten wollen.
5. Oktober 2006:
Herr Kefalogiannis wird von der EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes
in die offizielle Vertretung der EU in Athen geladen. Ein Teil dieser
Besprechung war die Unterrichtung der griechischen Regierung,
bezüglich der Vereinbarungen mit zukünftigen
Investoren, dass EU-Regeln eine öffentliche Ausschreibung
unter allen interessierten Investoren vorschreiben, besonders wenn hier
ein Seeweg als "Tor für Asien nach Europa" errichtet werden
soll. [YEN, 5. Oktober 2006]
Nach Angaben der "Griechenland
Zeitung" (8. November 2006) sind die mit den ausländischen
Investoren gemachten Pläne (bezüglich der
Privatisierung der Häfen von Thessaloniki und Piräus)
damit von Frau Neelie Kroes durchquert worden. Nun ist unklar, ob
für die geplante Privatisierung der Häfen im
nächsten Jahr eine Ausschreibung stattfinden wird und ob
überhaupt Börsenanteile verkauft werden.
Das bedeutet, dass nach den europäischen Richtlinien auch für Timbaki eine Ausschreibung unter allen möglichen Investoren stattfinden müßte.
13. Oktober 2006:
Im Namen der europäischen Kommission antwortet Frau Danuta Hübner [Quelle],
Kommissarin für Regionalpolitik, auf die
schriftliche Anfrage (P-3975/06)
des EU Abgeordneten Stavros Arnaoutakis.
Diese Antwort betont, dass die Kommission nicht offiziell über
die Pläne für einen Containerhafen in Timbaki
informiert wurde und dass die Finanzierung des Projekts mit Hilfe der
„Trans-European Network for Transport (TEN –
T)“ nicht vorgesehen ist.Wegen des Mangels an
präzisen Informationen in Bezug auf den Ort des vorgesehenen
Hafens stellt die Beauftragte heraus, dass die Mündung des
Geropotamos Flusses als ein Gebiet des besonderen Schutzes deklariert
ist, unter der Direktive des Vogelschutzes (GR4310012). Die anderen
Gebiete (GR431007 und GR 4310004) werden ebenfalls erwähnt. Es
wird erwähnt, dass, bedingt durch die Existenz dieser
geschützten Gebiete, die griechischen Autoritäten
Studien ausführen sollten, die die Beeinträchtigung
der örtlichen Umwelt durch ein solches Projekt
ergründen. Diese Studien werden von den europäischen
Kommissionen eingefordert. Darüber hinaus, um finanzielle
Unterstützung von der EU zu erhalten, werden
zusätzliche Dokumente von der griechischen Regierung, die
Eingriffe auf die Umwelt betreffend, angefordert werden.
15. Oktober 2006:
Kommunalwahlen in Griechenland. In Timbaki wird Michalis
Marakomichelakis nicht wiedergewählt. Der neue
Bürgermeister der Stadt heißt Antonis Charalambakis.
In seinem Wahlprogramm erwähnt Charalambakis „die
Entwicklung eines Handels- und Passagierhafens, das Tor des
Südens, welcher den regionalen Planungen entspricht. Die Art
von Hafen, welcher einen positiven Einfluss auf die
Straßenentwicklung dieser Gegend haben wird und für
die Gemeinde und die Bürger Gewinne mit sich bringt, und nicht
ausländischen Interessen dient“. Wie herausgestellt
wurde, wird ein solcher Hafen zur Zeit sowohl von der
Bevölkerung als auch von den örtlichen
Verbänden akzeptiert. Charalambakis fügt hinzu, dass
solche Angelegenheiten „nur in Zusammenarbeit mit den anderen
Gemeinden der Messara, aber auch mit den Nachbargemeinden des
Verwaltungsbezirks Rethymnon (Kouroutes und Lambis) behandelt werden
können“ (unsere Übersetzung).
20. Oktober 2006:
Anfrage des Abgeordneten Manolis Stratakis ([Quelle])
an den Minister für Handelsschiffahrt zu den
Hafenplänen.
Am selben Tag:
berichtet die Zeitung „Imerisia“: „Bremse
von der EU für den Hafen von Timbaki. „Gelbe
Karte“ von der EU-Kommissarin Danuta Hübner
(Kommissarin für Regionalpolitik) zu den Plänen des
Ministers für Handelsschiffahrt zur Konstruktion eines
Handelshafens in Timbaki“. ([Quelle]).
26. Oktober 2006: Schriftliche Anfrage E-4553/06 (Containerhafen bei der
Stadt Tymbaki im Süden Kretas) von dem EU Abgeordneten Michael
Cramer (die Grünen) an die Europäische Kommission.
4. November 2006: In
Heraklion findet ein Treffen statt, dass Herrn Kefalogiannis, die alten
und neuen Bürgermeister der Gemeinden in der Messara und
offizielle Vertreter Heraklions zusammenführt. Die folgenden
Informationen stammen alle aus [Antilalos, 7.11.2006], [Patris, 6.11.2006] und [Nea Kriti, 6.11.2006]. Während des Treffens
legte Herr Kefalogiannis großen Wert darauf herauszustellen,
dass, "wenn die Gemeinde den Hafen nicht will, wir das nicht machen
werden". Er informierte auch darüber, dass:
- der Ort
des vorgesehenen Hafens nach Westen hin verschoben wurde, und nun
zwischen Kokkinos Pirgos und Agia Galini (vergleiche
[Ort und
geographische Aspekte] in der Sektion für Details) angesiedelt
ist. Es wichtig sei zu erwähnen, dass diese Änderung
des Ortes auch einen verwaltungstechnischen Aspekt beinhaltet, da nun
ein Teil des Hafens in den Verwaltungsbereich von Rethymnon fallen
würde.
- die Machbarkeitsstudien von griechischer
Seite aus durchgeführt wurden, und dennoch beinhalten diese
Studien nicht den Einfluss, den der Hafen auf die Umwelt und die
regionale Wirtschaft nehmen würde.
- die Wahl der
Gegend um Timbaki auch auf der Existenz des bestehenden Flughafens
basiert, welcher nicht (wie vor einigen Monaten noch in den Zeitungen
berichtet) zivil genutzt werden wird, aber der, wie der Minister
versprach, dazu benutzt werden könnte, "die
landwirtschaftlichen Produkte der Region in alle Welt zu exportieren".
Der Flughafen könne als eine "Freihandelszone mit niedrigerer
Besteuerung" fungieren. (Die Verbindung zwischen der zivilen und
kaufmännischen Nutzung des Flughafens und dem Hafenprojekt
wurde nicht ersichtlich. Warum bedarf es eines
Containerumschlagplatzes, um den bestehenden Flughafen für
zivile Zwecke zu nutzen?)
- der Hafen einen Passagierhafen beinhalten dürfte,
aber keine Marina [Antilalos, 7.11.2006]. (Diese Information muss bestätigt werden,
da, laut [Patris, 6.11.2006] Frau Schinaraki "ernste Zweifel
über die Durchführbarkeit eines Projekts ohne
Touristen- oder Passagierhafen" äußert. In dem selben
Artikel wird berichtet, dass Herr Kafalogiannis sagte, ein
Passagierhafen sei nicht möglich, da es kein Interesse an
einer Schiffsverbindung für Passagiere Richtung Afrika gebe).
- in keinem Fall Chinesen oder Koreaner in dem Hafen
arbeiten würden.
- Herr Kefalogiannis um eine schnelle und klare
Entscheidung der örtlichen Bevölkerung bittet. "Die
notwendigen politischen Entscheidungen sollen um Weihnachten dieses
Jahres getroffen werden", erklärte er [Nea Kriti, 6.11.2006].
Abgesehen davon wirft die Idee einer Volksabstimmung, die bis zum Ende
dieses Jahres durchgeführt werden soll, viele Fragen auf:
Bezüglich des Gesetzes ist es nicht klar, ob eine
Volksabstimmung zum gegenwärtigen Zeitpunkt
durchgeführt werden kann [Patris, 6.11.2006].
Darüber hinaus, sollte diese regional oder inselweit
durchgeführt werden?
Die Abgeordnete Schinaraki
reagiert darauf wie folgt: "Der griechische Minister sagte nicht
wirklich etwas Neues. Alles, was er hat, sind lediglich Gedanken. Es
gibt keine Studien über
den Nutzen oder irgendeine genaue Aussage; nur
Absichtserklärungen. Wie könnten wir zu einem solchen
Projekt "Ja" sagen?" Zusätzlich drückte Frau
Schinaraki ihre Besorgnis über dieses Projekt aus, die
Tatsache betreffend, dass es sich nicht um einen Touristen- oder
Passagierhafen handeln werde.
10. November 2006:
(Quelle: [YEN, 10. November 2006],
[Antilalos, 14. November 2006] und
[Nea Kriti, 11. November 2006]) Herr Kefalogiannis empfängt
Repräsentanten und Bürgermeister des Bezirks
von Rethymnon (welche ein paar Tage zuvor protestiert hatten,
weil sie bei dem Treffen mit dem Minister am 4. November "vergessen"
wurden..). Sie stimmen dem Projekt nicht zu, da es nicht der Umwelt
und dem Tourismus der Region nützt. Es wird betont, dass
letztlich die lokale Bevölkerung über dieses Projekt
entscheiden sollte. Auf jeden Fall sollten Studien über die
Auswirkungen auf die Küste und ihre Bewohner gemacht und
publiziert werden, bevor die lokalen Bewohner eine Entscheidung treffen. Es
wird klar ausgedrückt, dass das Projekt einen Handels- und
Passagierhafen beinhalten soll, doch dies ist nicht aus den
öffentlich publizierten Plänen des YEN ersichtlich.
Darüber hinaus ist diese Aussage konträr mit der
Erklärung von Herrn Kefalogiannis zu einem Handels- und
Touristikhafen, eine Woche zuvor: "Dies ist nicht möglich, da
kein Interesse an einer Verbindung nach Afrika besteht. Wir haben es
mit Ägypten versucht, aber es hat nicht funktioniert. Und
welch eine Tourismusentwicklung kann in einem Gebiet entstehen, das
geschützt ist durch die Richtlinie NATURA? " [Patris,
6. November] (unsere Übersetzung).
14. November 2006:
Die Zeitung "Apopsi tou Notou" veröffentlicht den Text von www.timbakiprotest.net.
16. November 2006: Nach
Meldung der [Nea Kriti, 16. November 2006] soll an der Technischen
Universität Heraklion eine vom YEN finanzierte Studie
bezüglich der Umwelt-, sowie der ökonomischen und
sozialen Verträglichkeit, sehr schnell bis zum 20. Dezember,
erstellt werden. In dem selben Bericht wird erwähnt, dass nach
dieser Studie eine Volksabstimmung stattfinden solle, wobei es nicht
klar sei, ob diese nur lokal oder für den ganzen
Verwaltungsbezirk Heraklion durchgeführt werden solle. Im
Falle eines positiven Votums würde danach eine internationale
Ausschreibung nach dem Modell von Thessaloniki und Piräus
stattfinden (siehe unseren Bericht am 5. Oktober 2006).
Am selben Tag: In
einer Versammlung der Präfektur Heraklion mit lokalen
Vertretern für Umweltfragen, ist entschieden worden, dass in
der nächsten Woche eine Reihe von Fragen definiert werden
sollen, die vom Ministerium beantwortet werden sollten. Diese Fragen
sollen dem YEN, den Abgeordneten, den Repräsentanten der
Region von Kreta und den Präfekturen von Heraklion and
Rethymnon übermittelt werden.
17. November 2006: Die
Information über die Universität, die die Studie
durchführen soll, wird "korrigiert": sie soll jetzt von der
Technischen Universität Athen (Metsovio, [www.ntua.gr]), nicht von der
Universität Heraklion, durchgeführt werden, was vor
ein paar Tagen bei einem Treffen mit Herren Kefalogiannis und der
Präfektur Heraklion entschieden wurde. [Nea Kriti]
21. November 2006: In
der Lokalzeitung [Apopsi tou Notou] wird der Besuch von
Professoren der Universität Athen (Metsovio) in Heraklion
für die "nächste Woche" angekündigt.
Am selben Tag: Volksversammlung
in Agia Galini. Die Gemeine Lambis (Agia Galini) sagt ein
absolutes "NEIN" zu der Entwicklung eines solchen Hafens.
[Apopsi tou Notou 28. November 2006]
28. November 2006: Die
Lokalzeitung [Apopsi tou Notou] zitiert Herrn Moutzouri, den Dekan der
Technischen Universität Athen (Metsovio), nach dem Besuch in Kokkinos Pirgos: "Ich
habe den Eindruck, dass ein solch großer Hafen, wie der, über den
gerade nachgedacht wird, hergestellt und begutachtet werden kann auf
eine Art und Weise, die den geringsten Einfluss auf die natürliche
Umwelt, die Fauna und Flora erwarten lässt. Es gibt genug Möglichkeiten
dass sowohl Gutachten als auch Herstellung darauf ihre Aufmerksamkeit
richten".
1. Dezember 2006: [Quelle: Apopsi
tou Notou, 5.12.2006]
Eine Zusammenkunft der Kommission, Repräsentanten der
örtlichen Vereinigungen (Bauern, Fischer,
Kulturverbände etc.) und Leuten aus Agia Galini findet in
Timbaki statt.
Die Gründung einer neuen Gruppe, "Bürgerbewegung zum
Schutz der Umwelt und der Messara", wird angekündigt. Im
Gegensatz zu der Kommission, deren erstes Ziel es war, offizielle
Informationen über das Projekt zu erlangen, wird diese Gruppe
darauf abzielen, konkrete Aktionen in Bezug zum Hafen
durchzuführen, aber nicht nur. Auch sollen Leute aus Agia
Galini beteiligt sein.
Die Studie (zur Zeit ausgeführt an der National Technical University of Athens) wird zuerst diskutiert. Es werden
bezüglich deren Unabhängigkeit und
Objektivität Zweifel angemeldet, da diese Studie vom
Ministerium für Handelsschifffahrt finanziell
unterstützt wird, und es erscheint, als sei sie ein Auftrag
(Befehl) des Ministeriums. Die Fragen der Präfektur
Heraklions, die diese beantworten sollte, werden ebenfalls kritisiert,
da sie sehr allgemein gehalten sind und keine Klarheit über
die Art des Hafens verschaffen: ein Passagier- und Handelshafen wird
erwähnt, obwohl die offizielle Erklärung der YEN klar
nur von einem Container-Umschlaghafen spricht.
Die Fragen von Agia Galini sind präziser und stellen die
Zerstörung sämtlicher touristischer
Aktivitäten deutlich heraus. Es wird betont, dass von YEN 700
Arbeitsplätze in Verbindung mit dem Hafen versprochen wurden -
eine deutlich geringere Zahl als zur Zeit durch den Tourismus zur
Verfügung steht.
Die Bauern der Gegend drücken ihre Zweifel darüber
aus, dass der Export der ländlichen Produktion durch
Container, und allgemein dieses Projekt, überhaupt einen
Nutzen für diese Gegend haben würde.
Auch wird die durch das Projekt entstehende Luftverschmutzung
hervorgehoben, besonders in Verbindung mit den Investitionen im Bereich
eines biologischen Anbaus in der örtlichen Landwirtschaft.
Die Repräsentanten der örtlichen Fischer
drücken ebenfalls ihre große Besorgnis aus. Sie geben
zu bedenken, dass ihr Berufszweig nicht überleben wird,
besonders auf Grund des riesigen Raums, den der Hafen im Meer einnehmen
wird, und die daraus resultierenden Konsequenzen, die der Bau auf die
Seetiefe in den Zonen der gesetzlichen Fischereigebiete haben wird.
Die Kommission betont die ständigen Änderungen in den
offiziellen Erklärungen bezüglich
Größe, Rolle und Art des Hafens.
Es wird auch herausgestellt, dass in Bezug auf das riesige
natürliche Potential der Gegend (Klima, Strände,
fruchtbarer Mutterboden, reichhaltiges Meer, etc.) die Messara ein
idealer Ort ist, um eine bewahrende Entwicklung im Bereich Tourismus
und Landwirtschaft zu fördern. Diese Art von Aktionen
würde eine Lebensqualität und eine wirkliche
Entwicklung bringen, die in keinster Weise mit den Auswirkungen eines
Container-Umschlaghafens verglichen werden kann. Die Idee einer Anfrage
bei der Regierung für eine Studie der
Durchführbarkeit einer von der Regierung geförderten
Entwicklung in den Bereichen Landwirtschaft, Fischerei und Tourismus in
der Messara kommt auf.
Der Direktor des Museums für kretische Ethnologie erinnert an
all die kulturellen und ökologischen Reichtümer der
Gegend, welche sie zu einer der schlechtesten machen, um hier ein
Industriegebiet zu installieren. Zusammenfassend betont er
nachdrücklich die Tatsache, dass die Messara ein
großes Potential habe und bereits Beschäftigung
für weit mehr Leute zur Verfügung stelle, als der
Hafen es jemals könne - und die meisten der jetzigen
Arbeitsplätze würden mit dem Bau des Hafens
verschwinden.
9. Dezember 2006:
Das 5. Jahrestreffen des Netzwerks Ecocrete (aller kretitschen
Umweltverbände) findet in Heraklion statt.
Im Anschluß veröffentlicht www.ecocrete.gr eine Resolution.
11. Dezember 2006:
Antwort
von Danuta Hübner
auf die Schriftliche
Anfrage E-4553/06
des deutschen EU-Abgeordneten (die Grünen) Michael Cramer an
die Europäische Kommission.
12. Dezember 2006: Das
Informative memorandum about the Messara plain and its surrounding
area, in relation with the project of harbour installations, vom
Forschungszentrum des Museums der kretischen Ethnologie wird in
Lokalzeitung Antilalos veröffentlicht.
12. Januar 2007:
Dimitris Tsaboulas, Assistent an der Nationalen Technischen Universität
von Athen, kommt die Gemeinde Timbaki besuchen, für eine
„erste Einschätzungen der Daten“. Er
besucht ebenfalls das für den Hafenbau vorgesehene Gebiet
[Apopsi tou Notou, 16. Januar 2007].
16. Januar 2007:
Die Lokalzeitung [Apopsi tou Notou, 16.Januar 2007]
kündigt an, dass eine Gruppe von Professoren der Nationalen
Technischen Universität von Athen Timbaki am 22. Januar
besuchen wird. Zu den Besuchern gehören Herr Moutzouris,
Rektor der Universität, Herr Pozilos, Vizerektor der
Universität, und Herr Markato, ehemaliger Rektor der
Universität. Die Fachgebiete dieser Besucher beinhalten
Transportwesen, Umwelt und Chemie. Laut [Patris, 19. Januar
2007], werden sie sich zuerst um 9.30 Uhr in Heraklion treffen. Dann
werden sie nach Kokkinos Pirgos fahren, um dort “mit der
Gemeinde und den Bürgern das wichtige Thema zu
diskutieren”, so Frau Schinaraki. Die selbe Quelle
informiert, dass das YEN auch eine eigen Studie durchführt.
Drei Studie sind also in Arbeit: von den koreanischen Investoren, von
der Nationalen Technischen Universität von Athen und vom YEN.
19. Januar 2007:
(Quellen: [Patris, 19. Januar 2007] und [Patris, 20.
Januar 2007]) Zwei Ökonomen und zwei Technologen des
koreanischen Instituts für Schiffahrts- und Seefahrtsforschung
sind in Griechenland. Sie treffen Herrn Kefalogiannis und kommen dann
nach Timbaki, begleitet von Leuten der OLH. Das Ziel dieser Reise
besteh für die Koreaner darin, Informationen zur
Durchführung ihrer eigenen Studie für das Projekt zu
erhalten. Die Hafenbehörde Heraklion (OLH) erklärt:
”Wir werden ihnen alle Informationen geben, die sie wollen,
den griechischen Plan, die technischen Details. Alles, wonach sie
fragen, wird ihnen zur Verfügung gestellt.”
Während ihres Besuchs stellen die Koreaner viele Fragen an die
Leute der OLH. Sie besuchen das Gebiet für den geplanten
Hafen, aber auch den Militärflughafen in Timbaki. Die
koreanische Gruppe triff auch Frau Schinaraki, Vorsitzende des
Regierungsbezirks Iraklion. Frau Schinaraki fragt nach, warum genau die
koreanische Gruppe diesen Besuch abstattet und worin ihre Intentionen
liegen. Sie erinnert daran, dass der Bezirk Iraklion in die
Pläne involviert ist, informiert werden muss und an den
Diskussionen teilnimmt. Sie erklärt, dass “wir den
koreanischen Investoren unseren Standpunkt und unsere Position
mitgeteilt haben: Wir wollen eine Entwicklung, die die Umwelt und die
die Bürger respektiert.” Sie erklärt
ebenfalls ihre “Zurückhaltung den Bau des Hafens
für einen “geschlossenen Verein” im
Süden zu betrachten, da dies nicht den Interessen
bezüglich einer Entwicklung in der Region
entspricht.”
22. Januar 2007:
(Quellen: [Patris, 23. Januar 2007], [Patris, 23. Januar 2007],
[Patris, 23. Januar 2007], [Patris, 23. Januar 2007], [Patris, 23.
Januar 2007]); Während des Besuchs der Professoren der
Nationalen Technischen Universität von Athen (NTUA) findet ein
öffentliches Treffen in Timbaki statt. Das Treffen versammelt
fünf Mitglieder des NTUA Teams. Frau Schinaraki, die
Bürgermeister der betroffenen Gemeinden (Timbaki, Mires,
Gortina, Kouroutes, Lambis) und Repräsentanten der OLH. Die
Öffentlichkeit wird durch einfache Bürger der Region
hergestellt, die zumeist gegen das Projekt sind (auch Mitglieder von
Ecocete, die Kommission und andere örtliche Vereinigungen).
Flugblätter gegen den Hafen werden verteilt und ein Banner
gegen das Projekt, mitgebracht von Leuten aus Agia Galini, wird
über dem Eingang aufgehängt.
Die fünf Professoren benennen das Ziel ihres Besuchs: konkrete
Informationen über das Gebiet zu erhalten und die Fragen der
lokalen Bevölkerung zu hören. Sie erinnern auch noch
einmal an das Ziel der Studie: den Einfluss eines Containerhafens auf
das Gebiet von Timbaki festzustellen. Dann beschreiben sie ihre
Fachgebiete, stellen ihre Unabhängigkeit deutlich heraus und
zielen offensichtlich darauf ab, das Vertrauen der
Zuhörerschaft zu erlangen. Die Studie wird in 30 bis 40 Tagen
fertig sein. Jeder Bürgermeister wird dann dazu
aufgefordert seine Meinung zu äußern. Herr
Charalambakis, Bürgermeister von Timbaki, erklärt:
”Wir alle wollen Entwicklung – eine Entwicklung,
die den Interessen der Einwohner dient und die Veränderungen
bringt, die deren tägliches Leben verbessert.” Herr
Charalambakis erinnert daran, dass das Thema eines Hafens im
Süden Kretas schon seit langer Zeit diskutiert wird, unter dem
Namen “Südtor”, aber das die Idee einen
Touristen- und Handelshafen beinhaltet und keinen
Containerumschlagplatz. Herr Tatarakis, Bürgermeister
von Lambis ( Bezirk Agia Galini) erinnert zuerst daran, dass zwei
Drittel des Projekts in seine Gemeinde fallen. “Wir sind
nicht gegen Entwicklung und wir zielen nicht darauf ab, gegen jede
Investition zu sein, aber [wir wollen], dass unsere Fragen beantwortet
werden, sodass wir endlich verstehen, wer an diesem Projekt
verdient.”, erklärt er. Er drückt dann
seine Ängste bezüglich der Zukunft für das
kleine Touristengeschäft des Gebiets aus, die lokale
Landwirtschaft (in Bezug auf den billigen Import ausländischer
Produkte) und die Fischerei. Zum Schluss verkündet er
offiziell, dass die Gemeinde von Lambis bereits beschlossen hat, gegen
das Projekt zu kämpfen. Die letzte Bemerkung wird von den
Anwesenden mit starkem Beifall begrüßt.
Anscheinend haben die fünf Professoren der NTUA auch Agia Galini besucht
und erklärt, dass ein solches Projekt für diese Gegend nicht
geeignet sei (letztere Information und Bild aus dem Diskussionsforum
http://www.agiagalini.org).
27. Februar 2007:
Herr Kefalogiannis trifft Frau Schinaraki. Es wird verlautbart, dass
die Studie der NTUA, genauso wie die der Koreaner, nun Mitte
März erwartet wird. Wir haben keine Informationen
über Reaktionen und Fragen von Frau Schinaraki [Antilalos, 6th
March 2007].
1. März 2007:
Die Tageszeitung „Patris“ veröffentlicht einen Brief von
Sung-Jin Kim (koreanischer Minister für Seefahrt und
Fischerei) an den griechischen Minister für Handelsschiffahrt
Manolis Kefalogiannis, in dem er ihn dazu drängt, das Projekt
schnell voranzutreiben. In dem Brief wird ebenfalls
erwähnt, dass die Koreaner an der Entwicklung des
Informationssystems für den Containerumschlaghafen
interessiert sind (daran teilnehmen wollen?). Quelle: [Patris, 1. März 2007]
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18. März 2007:
Die Bürgerbewegung der Messara für den Umweltschutz
organisiert einen Workshop im Museum für Kretische Volkskunde
in Vori Das Thema des Treffens, bei dem Professoren
unterschiedlicher Fachbereiche teilnehmen, lautet „Wert
erhaltende Entwicklung in der Messara, Vision oder Utopie?" Das
Programm der Veranstaltung kann hier (Englisch) eingesehen werden. |  |

1 - China Shipping Container Lines, Tochtergesellschaft der China
Shipping Group, logistische Dienste für
Containerhafen-Holding-Gesellschaften (Lagerung, Verschiffung usw..)
2 - Das griechische Ministerium für Handelsschiffahrt wird oft
nur "YEN"
(Υπουργείο
Εμπορικής
Ναυτιλίας)
genannt.
3 - Es ist nicht bekannt, dass diese Studien, d.h. Autoren, Art oder
Inhalt veröffentlicht wurden.
4 - Dubai Port World ist eine der größten
Holding-Gesellschaften für Hafenmanagement. Sie betreibt
weltweit mehr als 100 Häfen.

Last update of this page: Saturday, 22nd September 2007, 19:03.
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